Liberales Institut im Dienst der Freiheit

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Die Schweiz — das freieste Land Europas

Innerhalb Europas ist die Schweiz das Land mit der grössten wirtschaftlichen Freiheit. Weltweit muss man sich laut einer Studie des Fraser Institute aber mit Platz vier begnügen.

Die Schweiz ist das Land mit der grössten wirtschaftlichen Freiheit in Europa. Zu diesem Resultat kommt der alljährlich vom kanadischen Fraser Institute ermittelte Index für wirtschaftliche Freiheit. Im globalen Vergleich, basierend auf Daten aus 157 Ländern und Territorien, rangiert die Schweiz auf Rang vier, hinter dem Spitzenreiter Hongkong, dem zweitplacierten Singapur und Neuseeland als Nummer drei.

Die gegenüber dem Vorjahr unveränderte Rangfolge zeigt, dass politische Freiheiten kaum berücksichtigt werden; so gelten weder Hongkong noch Singapur als demokratische Leuchttürme. Vielmehr stützt sich das Ranking, das in der Schweiz vom Liberalen Institut herausgegeben wird, nur auf die folgenden fünf Kriterien: Umfang der Staatstätigkeit (Rang der Schweiz: 28), Rechtsstaatlichkeit und Schutz des Privateigentums (4), Zugang zu stabilem Geld (13), Freiheit zu internationalem Handel (87) und Regulierungsdichte (19).

Das umfangreiche Datenmaterial bestätigt den engen Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Freiheit und Entwicklung des Wohlstands. So weisen die freiesten 25% aller Länder ein Bruttoinlandprodukt (BIP) von 38 601 $ pro Kopf auf, während dieser Wohlstandsindikator bei den unfreiesten 25% nur 6986 $ beträgt. Auch die Lebenserwartung liegt im obersten Viertel mit 80,1 Jahren deutlich über den 63,1 Jahren, die für das unterste Viertel gelten.

Wirtschaftliche Freiheit fördert aber nicht nur die sozioökonomische Entwicklung eines Landes. Gleiches gilt mit Blick auf die Lebenszufriedenheit. In einem Abstecher in die ökonomische Glücksforschung und unter Verwendung von Daten des «World Values Survey» und der «European Values Study» weisen die Autoren nach, dass die ökonomische Freiheit die Lebenszufriedenheit und das Glücksgefühl des Einzelnen direkt beeinflusst. Dieser Zusammenhang gilt dabei unabhängig von der Verbesserung des Pro-Kopf-Einkommens oder der Erhöhung eines anderen Wohlstandsindikators.

Thomas Fuster, Neue Zürcher Zeitung

15. September 2015