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Leserbrief zu „Zeitgeistige Veränderungen“

Es stimmt nicht, dass die Ablehung des Staates ein Ende findet.

In ihrem Artikel „Zeitgeistige Veränderungen — Die Ablehnung des Staates findet ein Ende“ singt Frau Sibylle Tönnies, Juristin und Soziologin, das Hohelied des Staates und der Staateingriffe in die Wirtschaft. So führt sie aus: „Der drohende Zusammenbruch der Weltwirtschaft — träte er nun ein oder nicht — hat bereits eine der Grundfesten des Zeitgeistes angegriffen: die Staatsablehnung“. Einige Ökonomen analysieren die aktuelle Situation anders, nämlich, dass die Finanzpolitik der USA mit ihrer Geldüberschwemmung der Wirtschaft die heutige Krise massgeblich verursacht hat. Pierre Bessard, Direktor des Liberalen Instituts in Zürich, stellt fest: „So lässt sich zeigen, dass staatliche und parastaatliche Institutionen, welche sich planwirtschaftliches Wissen anmassten, massgebliche Verantwortung für die aktuellen Verwerfungen tragen. Ohne die expansive staatliche Geldpolitik und einen verfehlten politischem Druck zugunsten laxer Kreditstandards vor allem in den USA wäre die Krise nicht eingetreten.“ Und Konrad Hummler, Privatbankier, schreibt: „Das chaotische Hüst und Hott staatlicher Interventionen . . . ist Teil der Katastrophe, in welche die Weltwirtschaft nun hineinschlittert, und nicht Teil einer angeblichen Rettung, die übrigens ohnehin nicht sichtbar wird“. Auch der Zeitgeist der letzten Jahrzehnte war bestimmt durch die Auseinandersetzung zwischen Staatsgläubigkeit und der Befürworter einer freien Marktwirtschaft. Diese Kontroverse besteht seit mindestens der Französischen Revolution, seit den frühen Sozialisten sowie Karl Marx und Friedrich Engels — und wird weiterhin die Gemüter erhitzen.

Verena Meierhofer, NZZ

26. Februar 2009