Warum der Positivismus- Empirismus sich nicht mit der Freiheit verträgt

Thorsten Polleit

    LI-PAPER. Die Übernahme empiristisch-positivistischer Forschung aus der Naturwissenschaft wird der Komplexität menschlichen Handelns nicht gerecht.

    In der Volkswirtschaftslehre hat der empirisch-quantitative Ansatz die Oberhand gewonnen. Warum das wissenschaftstheoretisch kein Fortschritt ist, und warum gerade diese — irreführend als «modern» bezeichnete — Orientierung freiheitsfeindliche Politiken (schein)legitimieren und befördern kann, soll im Folgenden erörtert werden. — Dieser Beitrag verbreitet keine Neuigkeiten, sondern er macht auf bereits geäusserte entscheidende Argumente aufmerksam, die jedoch derzeit im «Methodenstreit» über den Kurs der Volkswirtschaftslehre kaum oder keine Beachtung finden.

    Der Positivismus-Empirismus findet insbesondere bei den Befürwortern des Interventionismus, bei Regierungen und ihren Vertretern, grossen Zuspruch, und das stärkt natürlich seine (finanzielle) Stellung und weitere Verbreitung gegenüber epistemologisch (anders) fundierten Lehren wie z. B. die der Österreichischen Schule der Volkswirtschaftslehre. Die Auseinandersetzung, die etwa im deutschsprachigen Raum zwischen den Vertretern des empirisch-quantitativen Ansatzes auf der einen Seite und denen des sogenannten ordoliberalen Ansatzes (im weitesten Sinne) auf der anderen Seite ausgetragen wird, ist daher auch mehr als ein akademisches detailversessenes Scharmützel, bei dem es (nur) um die Eitelkeiten der Wissenschaftler geht: Es geht um den Kurs der Wirtschaftswissenschaften, mit dem die Zukunft der Freiheit massgeblich (mit)bestimmt wird. Mit Mises' Praxeologie lässt sich die Freiheit rationalisieren, der Positivismus-Empirismus trägt dazu bei, sie zu untergraben.

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    September 2009

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