Der argentinische Präsidenten Javier Milei hat Ende Januar in Davos eine bedeutende Rede gehalten zum vermeintlichen Gegensatz zwischen ökonomischer Effizienz und Gerechtigkeit. Das Liberale Institut hat sie nachfolgend ins Deutsche übersetzt.
Guten Tag, meine Damen und Herren
Ich stehe hier vor Ihnen, um festzustellen, dass Machiavelli definitiv tot ist.
Jahrelang wurde unser politisches Denken durch das Konstrukt eines falschen Dilemmas verzerrt. Wir wurden, Machiavelli folgend, vor die falsche Wahl gestellt, uns zwischen politischer Effizienz einerseits und der Achtung der ethischen und moralischen Werte des Westens andererseits zu entscheiden.
Wie Professor Jesús Huerta de Soto in seiner Abhandlung über dynamische Effizienz demgegenüber hervorhebt, ist Effizienz aus dieser Perspektive nicht nur mit unterschiedlichen Konzepten von Gerechtigkeit oder Fairness vereinbar, sondern ergibt sich einzig und allein aus einem davon – nämlich aus dem, was auf der Achtung des Privateigentums und der unternehmerischen Freiheit basiert.
Daher ist die Gegenüberstellung von Effizienz und Gerechtigkeit falsch und irreführend. Das heisst, was gerecht ist, kann nicht ineffizient sein. Und was effizient ist, kann nicht ungerecht sein. Aus der Perspektive einer dynamischen Analyse sind Gerechtigkeit und Effizienz tatsächlich zwei Seiten ein und derselben Medaille.
Ethik nicht ausser Acht lassen
Der Denker, der dies am deutlichsten erkannt hat, war zweifellos Murray Rothbard, als er den Zusammenhang zwischen dem dynamischen Konzept der wirtschaftlichen Effizienz einerseits und ethischen Aspekten anderseits darlegte. Rothbard hielt es für unerlässlich, zunächst einen angemessenen ethischen Rahmen zu schaffen, um dann eine effiziente Dynamik zu ermöglichen, da wir ja über die Ziele, Mittel und Nutzenfunktionen, die in der Realität existieren, nur unzureichende Kenntnisse haben.
Laut Rothbard, und ich schliesse mich dieser Ansicht auch in meiner Rolle als Präsident der grossen Nation Argentinien an, können bei politischen Entscheidungen nur jene als effizient betrachtet werden, die mit jenen ethischen Prinzipien übereinstimmen, die der westlichen Kultur zugrunde liegen.
Um es ganz unverblümt zu sagen: Bei der Gestaltung der öffentlichen Politik ist es aus ethischer und moralischer Sicht inakzeptabel, Gerechtigkeit auf dem Altar der Effizienz zu opfern. Dieses Bekenntnis zu Werten steht nicht nur über der wirtschaftlichen Effizienz, sondern sogar weit über einer Politik, die sich nur am unmittelbaren Nutzen orientiert.
Wenn wir also ethische und moralische Werte ausser Acht lassen, erhalten wir eine Politik, die nicht nur ungerecht ist, sondern auch zu einem Zusammenbruch führt, der über das rein Wirtschaftliche hinausgeht und auch das Soziale in einem Ausmass beeinträchtigt, dass letztlich die ganze westliche Zivilisation gefährdet würde.
Aus diesem Grund habe ich 2024 auf diesem Forum erklärt, dass der Westen in Gefahr sei. In meiner Rede von 2025 habe ich wiederum aufgezeigt, dass die von verschiedenen internationalen Organisationen und Foren geförderten Agenden und Politiken nichts anderes als sozialistische Massnahmen sind, die allerdings so raffiniert verpackt werden, dass sie auch Menschen mit hohen Idealen und guten Absichten zu täuschen vermögen. Sie führen jedoch stets zu denselben katastrophalen Ergebnissen.
Vom Sozialismus verursachte Katastrophen
Wir müssen uns stets daran erinnern, was Thomas Sowell über den Sozialismus gesagt hat: Er räumte ein, dass dieser sehr attraktiv klinge, aber dass seine Kehrseite darin bestehe, dass er immer schlecht ende – und zwar sehr schlecht.
Tatsächlich können wir die noch nicht überwundenen Katastrophen, die der Sozialismus im Laufe des 20. Jahrhunderts verursacht hat, im 21. Jahrhundert in seiner Fortsetzung anhand der katastrophalen Schäden in Venezuela beobachten. Nicht nur ein Absinken des Bruttoinlandprodukts um 80 Prozent, sondern etwas noch viel Schlimmeres, nämlich die Errichtung einer blutigen Drogen-Diktatur, deren terroristische Tentakel sich über den ganzen amerikanischen Kontinent ausbreiten.
Angesichts des ethischen und moralischen Verfalls, unter dem der Westen infolge der neuen sozialistischen Agenda leidet, ist es heute daher mehr denn je notwendig, die Idee der Freiheit wieder in den Vordergrund zu rücken.
Kapitalismus ist gerecht
Im Gegensatz zu früheren Versuchen, die auf einem utilitaristischen Ansatz beruhten, muss die Verteidigung des kapitalistischen Systems der freien Marktwirtschaft heute jedoch auf seinen ethischen und moralischen Vorzügen aufbauen.
Wie Israel Kirzner betont, leugnen die Sozialisten von heute die Überlegenheit des Kapitalismus in Bezug auf die Produktivität nicht mehr. Sie stellen aber den Kapitalismus mit der Begründung in Frage, dass er ungerecht sei. Aus dieser Sicht ist die höhere Produktivität kein Argument, die Ungerechtigkeit zu rechtfertigen, denn wenn etwas von Grund auf ungerecht ist, verdient es nicht, aus ökonomischer Sicht verteidigt zu werden.
Mir geht es heute darum, aufzuzeigen, dass der freie Unternehmerkapitalismus nicht nur produktiver ist, sondern auch das einzig gerechte System darstellt.
Ich werde auch zeigen, dass es keinen Widerspruch zwischen politischem Utilitarismus einerseits und einer auf Werten basierenden Politikgestaltung anderseits gibt, denn wenn beide im Widerspruch zueinander stünden, würde dies bedeuten, dass auch die Grundlagen des politischen Utilitarismus als ungerecht verworfen werden müssten.
Das bedeutet also, dass wir, wenn wir aus unserer gegenwärtigen düsteren Lage herauskommen wollen, uns erneut von der griechischen Philosophie inspirieren lassen, an das römische Recht anknüpfen und zu den abendländischen Werten zurückkehren müssen, wenn wir den Westen retten wollen.
Naturrecht vs. gesetztes Recht
Ein grosser Teil der menschlichen Konflikte entsteht durch eine falsche Gegenüberstellung von Naturrecht und positivem Recht.
Das Naturrecht ist das Recht, das die Menschen bestimmen sollte, weil es ihrer Natur entspricht und daher im Sinne einer universellen Rechtsauffassung gerecht ist. Es ist ein allen Menschen gemeinsames Recht, weil es ihrem Wesen entspricht und daher unveränderlich und unverrückbar ist.
Im Gegensatz dazu ist das positive Recht das von Menschen geschriebene Gesetz, das auch die Grundlage politischer Herrschaft bildet. Wenn also das positive Recht im Einklang mit dem Naturrecht steht, herrscht Gerechtigkeit. Andernfalls mag das Gesetz zwar legal, aber nicht legitim sein.
Recht auf Leben und Freiheit
Aus dieser Sicht werden zwei Grundrechte anerkannt: das Recht auf Leben und das Recht auf Freiheit. Der Mensch wird frei geboren und hat das Recht, die ihm von Natur aus gegebenen Eigenschaften zu bewahren. Er hat auch das Recht, von anderen zu verlangen, dass sie diese Eigenschaften respektieren, wenn sie ihr eigenes Glück verfolgen, wie es dem von allen Menschen erstrebten Ziel entspricht.
Daneben gibt es erworbene Rechte, die weder natürlich entstehen noch dem Menschen von Natur aus gegeben sind, sondern durch Verdienste erworben oder als Geschenk empfangen werden.
So leitet sich aus dem Grundrecht auf Freiheit das erworbene Recht auf Privateigentum ab, das sich in unserer Fähigkeit manifestiert, mit den Früchten unserer Arbeit frei Güter zu erwerben oder Vermögenswerte zu erhalten, die uns durch Vertrag übertragen oder vererbt worden sind.
Das Recht auf Eigentum ist wiederum, insbesondere aufgrund seiner dynamischen Konsequenzen, mit Lockes Prinzip der Aneignung verbunden. Eigentum kann nicht nur aus Schenkungen, Geschenken, Erbschaften und/oder Tauschgeschäften stammen, sondern auch aus Aneignung durch Entdeckung und Erfindung.
Schliesslich werden diese Rechte durch das Prinzip der Nichtaggression ergänzt, das festlegt, dass kein Mensch das Recht hat, einem anderen Menschen irgendeine Art von Aggression zuzufügen. Dazu gehören nicht nur körperliche Aggressionen, sondern auch alle Formen von Zwang, Nötigung und/oder das Aufzwingen unter Androhung von Gewalt.
Daher definieren wir den libertären Liberalismus in Übereinstimmung mit Alberto Benegas Lynch Junior als uneingeschränkten Respekt vor dem Lebensentwurf anderer, basierend auf dem Prinzip der Aggressionsfreiheit und zur Verteidigung des Rechts auf Leben, Freiheit und Eigentum, dessen Institutionen Privateigentum, Märkte ohne staatliche Eingriffe, Wettbewerb im Sinn von Selbstentfaltung, Arbeitsteilung und soziale Zusammenarbeit sind.
Ist der Liberalismus gerecht?
Natürlich stellt sich im Zusammenhang mit einer solchen sozialen Ordnung die Frage, ob sie gerecht sei.
Um festzustellen, ob ein System gerecht ist, kann auf die Definition des grossen klassisch-römischen Rechtsgelehrten Ulpian zurückgegriffen werden. Sie bildet zweifellos eine Tragsäule der westlichen Zivilisation
Gerechtigkeit ist nach Ulpian der beständige und konstante Wille, jedem das Seine zu geben, d. h. die Absicht, jedem das zu geben, was ihm zusteht. Ulpian begnügte sich aber nicht damit und er fügte hinzu, dass die Grundlagen des Rechts darauf beruhen, dass die Menschen ehrenhaft leben, niemandem schaden und jedem das Seine zukommen zu lassen.
Aus all dem folgt, dass eines der bestimmenden Merkmale des freien Unternehmerkapitalismus darin besteht, dass er auf Gerechtigkeit beruht.
Wie die falsche Behauptung vom Marktversagen dem Interventionismus Tür und Tor öffnete
Angesichts des sich abzeichnenden institutionellen Rahmens, den wir ebenfalls als gerecht dargestellt haben, gilt es nun nachzuweisen, dass er auch effizient ist.
Den ersten Hinweis dazu liefert Adam Smith, der unter Verwendung des Arguments der unsichtbaren Hand feststellte, dass jeder Einzelne durch die rationale Verfolgung seiner eigenen Interessen auch zur Maximierung des sozialen Wohlergehens beiträgt.
Später leiteten die Neoklassiker, inspiriert von einer Idee der unsichtbaren Hand auf der Grundlage des Pareto-Optimums, den ersten grundlegenden Satz der Wohlfahrtsökonomie ab, nämlich dass jedes Wettbewerbsgleichgewicht Pareto-optimal sei.
Dies setzte jedoch eine rechnerische Operation voraus, die mit dem gut gemeinten Argument operierte, man müsse allfälliges Marktversagen korrigieren. Meines Erachtens gibt es das gar nicht. Mit der These, man müsse Marktversagen korrigieren, öffneten sie leider das Tor für vielfältigste Staatseingriffe.
Um diesem Problem zu begegnen, hat Hans-Hermann Hoppe eine Beweisführung entwickelt, die auf Eigentumsrechten im Sinne von Lockes Prinzip der ursprünglichen Aneignung in Verbindung mit dem Nichtangriffsprinzip basiert. Diese Beweisführung erweist sich nicht nur als zufriedenstellend für die Feststellung der Optimalität, sondern lässt auch keinen Raum für Interventionen.
In diesem Zusammenhang stellt Hoppe fest: «Jede Abweichung von diesen Regeln bedeutet definitionsgemäss eine Umverteilung von Eigentumsrechten und damit von Einkommen von Produzenten-Nutzern und Vertragspartnern zu Nicht-Produzenten-Nutzern und Nicht-Vertragspartnern. Folglich bedeutet jede solche Abweichung, dass es relativ weniger ursprüngliche Aneignung von Ressourcen geben wird, deren Knappheit bekannt ist, und dass es daher weniger Produktion neuer Güter, weniger Instandhaltung bestehender Güter und weniger Verträge und Handelsgeschäfte geben wird, die für beide Seiten von Vorteil sind. Dies führt natürlich zu einem niedrigeren Lebensstandard in Bezug auf Güter und Dienstleistungen, die den Besitzer wechseln. Darüber hinaus stellt die Annahme, dass nur der erste Nutzer eines Vermögenswerts Eigentumsrechte daran erwirbt und nicht der letzte, sicher, dass die Produktionsbemühungen jederzeit so hoch wie möglich sind.»
Ebenso garantiert die Vorstellung, dass nur die physische Unversehrtheit von Eigentum und nicht dessen Wert geschützt werden muss, dass jeder Eigentümer die grösstmöglichen wertschöpfenden Anstrengungen unternimmt, d. h. Anstrengungen, um günstige Veränderungen des Wertes von Eigentum zu fördern und ungünstige Veränderungen seines Wertes zu verhindern oder ihnen entgegenzuwirken.
Aus dieser Sicht führt jede Abweichung von diesen Regeln zu einer Verringerung der produktiven Anstrengungen, und zwar zu jeder Zeit.
Beachten Sie, dass man sich dabei auf Privateigentum stützt und nicht auf überschüssige Nachfragefunktionen, die aus Optimierungsprozessen abgeleitet werden. Dieser Ansatz ermöglicht es, ein Optimum zu erreichen, ohne weit hergeholte Annahmen verwenden zu müssen, die später als Rechtfertigung für staatliche Eingriffe dienen.
Dadurch vermeidet man auch die empirische Absurdität des zweiten Theorems der Wohlfahrtsökonomie, das eine Unabhängigkeit zwischen Produktion und Verteilung postuliert, als ob die Wahl zwischen Kapitalismus und Kommunismus in Bezug auf die Ergebnisse neutral wäre.
Unternehmerische Kreativität im dynamischen Umfeld
Nachdem also gezeigt wurde, dass die Institutionen des freien Unternehmerkapitalismus, gestützt auf Naturrechte, Lockes Prinzip der ursprünglichen Aneignung und das Nichtangriffsprinzip, nicht nur gerecht, sondern auch effizient sind, zumindest bei statischer Betrachtungsweise, ist es nun auch an der Zeit aufzuzeigen, dass der freie Unternehmerkapitalismus auch in dynamischer Hinsicht dieselben Eigenschaften aufweist.
Bereits 380 v. Chr. wies Xenophon darauf hin, dass die Wirtschaftswissenschaft eine Form des Wissens sei, die es den Menschen ermöglicht, ihren Wohlstand zu mehren, und er argumentierte, dass Privateigentum das für das Leben des Einzelnen diesbezüglich vorteilhafteste Mittel sei.
Xenophon befasste sich dann mit dem Begriff der Effizienz aus zwei Perspektiven. Einerseits definierte er Effizienz aus statischer Sicht als die Verwaltung der verfügbaren Ressourcen mit dem Ziel, Verschwendung zu vermeiden, anderseits hob er dabei den Nutzen des Privateigentums hervor, indem er darauf hinwies, dass «die Aufmerksamkeit des Viehbesitzers der beste Weg sei, den eigenen Viehbestand zu mehren.»
Andererseits ging Xenophon in seiner zweiten Definition von Effizienz auf den dynamischen Bereich ein und stellte fest, dass Effizienz auch die Vermehrung von Reichtum beinhaltet, d. h. die Erhöhung der verfügbaren Menge an Gütern durch unternehmerische Kreativität, nämlich durch Handel und Spekulation.
Dieses letztere Kriterium der Effizienz ist für die Untersuchung des Wirtschaftswachstums von grundlegender Bedeutung, da im Gegensatz zu einem statischen Modell, das nur das berücksichtigt, was Robert Lucas Junior als «tiefe Parameter» definiert hat, d. h. Präferenzen, Technologie und anfängliche Ressourcenausstattung, im dynamischen Bereich sowohl die Technologie als auch die anfängliche Ressourcenausstattung variieren können. Und tatsächlich tun sie dies aufgrund unternehmerischer Kreativität kontinuierlich.
Darüber hinaus verdient die Institution des Privateigentums ein eigenes Kapitel. Ausgehend davon hat die Österreichische Schule der Nationalökonomie von Mises, Hayek, Rothbard, Kirzner und Hoppe bis Huerta de Soto die Undurchführbarkeit des Sozialismus aufgezeigt und damit die gespenstische Idee von John Stuart Mill widerlegt, der die Unabhängigkeit zwischen Produktion und Verteilung postulierte – eine Form akademischer Blindheit, die zum Sozialismus führte und die Welt das Leben von 150 Millionen Menschen kostete, während diejenigen, die den Terror überlebten, in unerträglicher Armut vegetierten.
Vier Quellen des wirtschaftlichen Fortschritts
In Übereinstimmung mit ihren früheren Ausführungen und im Einklang mit Xenophons zweiter Analyse hat die Wirtschaftstheorie vier Quellen des wirtschaftlichen Fortschritts identifiziert.
Erstens gibt es die Arbeitsteilung, die Adam Smith anhand des Beispiels der Stecknadelmanufaktur veranschaulicht hat. Im Kern handelt es sich dabei um einen Mechanismus, der Produktivitätssteigerungen erzeugt, die sich in steigenden Erträgen manifestieren. Obwohl seine Grenze durch die Marktgrösse bestimmt wird, wird die Grösse des Marktes durch diesen Prozess positiv beeinflusst. Es ist jedoch auch anzumerken, dass dieser positive Prozess nicht unendlich ist und dass seine ultimative Grenze in der Ausstattung mit anfänglichen Ressourcen liegt.
Zweitens gibt es die Akkumulation von Kapital, sowohl physischem als auch menschlichem. In Bezug auf das physische Kapital ist die Wechselwirkung zwischen Sparen und Investieren von entscheidender Bedeutung, was die grundlegende Rolle der Kapitalmärkte und des Finanzsystems bei der Durchführung einer solchen Vermittlung unterstreicht. Auf der Seite des Humankapitals sollte der Fokus nicht nur auf der Bildung liegen, sondern auch die Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten von Geburt an sowie Ernährung und Gesundheit umfassen, die grundlegende Elemente für den Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt sind.
Drittens gibt es den technologischen Fortschritt, der darin besteht, mit derselben Menge an Ressourcen eine grössere Menge an Gütern zu produzieren oder mit einer geringeren Menge an Inputs denselben Output zu erzielen.
Schliesslich gibt es den Unternehmergeist oder vielmehr die unternehmerische Funktion, die nach Ansicht von Professor Huerta De Soto die Haupttriebkraft des Wirtschaftswachstumsprozesses darstellt. Denn obwohl die drei genannten Faktoren wichtig sind, kann es ohne Unternehmer keine Produktionsmöglichkeiten geben, und der Lebensstandard wäre äusserst prekär.
Tatsächlich konzentriert sich die unternehmerische Funktion weniger auf kurzfristige Effizienz als vielmehr auf die Steigerung der Qualität von Gütern und Dienstleistungen, was wiederum zu einem höheren Lebensstandard führt. Auf dieser Grundlage kommt es vor allem darauf an, die Grenzen der Produktionsmöglichkeiten so weit wie möglich zu erweitern.
Dynamische Effizienz kann somit als die Fähigkeit einer Volkswirtschaft verstanden werden, unternehmerische Kreativität und Koordination anzuregen.
Gewinnchancen wahrnehmen
Das Kriterium der dynamischen Effizienz ist wiederum untrennbar mit dem Konzept der unternehmerischen Funktion verbunden, also der typisch menschlichen Fähigkeit, Gewinnchancen in der Umgebung wahrzunehmen und entsprechend zu handeln, um sie zu nutzen. Dies macht die Aufgabe, neue Ziele und Mittel zu entdecken und zu schaffen, grundlegend und treibt die spontane Koordination zur Beseitigung von Marktungleichgewichten voran.
Darüber hinaus verbindet diese von Huerta de Soto vorgeschlagene Definition der dynamischen Effizienz auf kohärente und angemessene Weise Schumpeters Idee der kreativen Zerstörung mit Norths Konzept der adaptiven Effizienz.
Angesichts der Rolle der unternehmerischen Funktion sind natürlich die Institutionen, unter denen sie sich entwickelt, von entscheidender Bedeutung. In dieser Hinsicht betrachten sowohl Douglass North als auch Jesús Huerta de Soto die Verringerung von Unsicherheit als eine der Schlüsselfunktionen von Institutionen.
Während North sie als eine Reihe von menschlich geschaffenen Beschränkungen darstellt, die soziale Interaktion auf repetitive Weise strukturieren, ist Huerta de Soto der Ansicht, dass diese von Menschen konzipierten Institutionen spontan aus einem Prozess sozialer Interaktion hervorgehen, ohne von einer einzelnen Person entworfen worden zu sein, und dass sie die Unsicherheit im Marktprozess verringern.
Wie Roy Cordato betont, ist ein geeigneter institutioneller Rahmen ein Rahmen, der unternehmerische Entdeckungen und Koordination begünstigt. Dementsprechend sollte die Wirtschaftspolitik innerhalb dieses Rahmens darauf abzielen, alle künstlichen Hindernisse zu identifizieren und zu beseitigen, die den unternehmerischen Prozess und den freiwilligen Austausch behindern.
Recht auf Aneignung der unternehmerischen Kreativität
Angesichts des entscheidenden Einflusses von Institutionen auf den wirtschaftlichen Fortschritt lenkt dies unsere Aufmerksamkeit auf die Bedeutung der Ethik, da Gesellschaften, die sich an stärkere moralische Werte und ethische Prinzipien zur Unterstützung von Institutionen halten, dynamisch effizienter sind und daher grösseren Wohlstand geniessen.
Dementsprechend besteht das grundlegende ethische Problem darin, den besten Weg zu finden, um unternehmerische Koordination und schöpferisches Handeln zu fördern.
Im Bereich der Sozialethik kommen wir daher zu dem Schluss, dass die Vorstellung vom Menschen als kreativem und koordinierendem Akteur zwangsläufig die Annahme des Grundsatzes mit sich bringt, dass jeder Mensch das Recht hat, sich die Ergebnisse seiner unternehmerischen Kreativität anzueignen.
Die private Aneignung der Früchte dessen, was Unternehmer schaffen und entdecken, ist also ein Prinzip des Naturrechts, denn wenn ein Urheber nicht in der Lage wäre, sich das, was er schafft oder entdeckt, anzueignen, würde seine Fähigkeit, Gewinnchancen zu erkennen, blockiert und der Anreiz, seine Handlungen auszuführen, würde verschwinden. Letztendlich ist das hier dargelegte ethische Prinzip die grundlegende ethische Grundlage der gesamten Marktwirtschaft.
Wir haben also gerade gezeigt, dass der freie Unternehmerkapitalismus nicht nur gerecht, sondern auch effizient ist und dass er das Wachstum maximiert.
Angesichts des konzeptionellen Rahmens der dynamischen Effizienz und des Fehlens eines Dilemmas zwischen Effizienz und ethischen Werten bei der Gestaltung der öffentlichen Politik ist es interessant, ihre Umsetzung im realen Leben zu betrachten.
Erfolge der Deregulierung in Argentinien
Zur aktuellen Lage in Argentinien: Über die enormen Erfolge hinaus, die wir in diesen Jahren unserer Amtszeit erzielt haben, indem wir ein Haushaltsdefizit von 15 % des BIP beseitigt, die Inflation von 300 % auf 30 % gesenkt, das Länderrisiko um 2.500 Basispunkte verringert und das Wirtschaftswachstum wiederhergestellt haben, wobei die Armut von 57 % auf 27 % gesunken ist, und indem wir eine von ethischen und moralischen Werten geleitete öffentliche Politik verfolgt haben, möchte ich mich auf das Ministerium für Deregulierung konzentrieren, oder, wie wir es zu Hause nennen, das Ministerium für steigende Erträge.
Dieses Ministerium ist von der Entwicklung des Pro-Kopf-BIP seit Beginn der Zeitrechnung inspiriert und hat die Form eines Hockeyschlägers. Diese Zahl ergibt sich aus der Tatsache, dass das Pro-Kopf-BIP bis zum Jahr 1800 nahezu konstant blieb und sich danach in einem Kontext, in dem sich die Bevölkerungszahl verzehnfachte, um das 15-Fache erhöhte. Parallel zum Wachstum des BIP sank die extreme Armut von 95 % auf 10 %.
Dieses Wunder impliziert jedoch das Vorhandensein steigender Erträge, die in der Wirtschaft mit konzentrierten Marktstrukturen verbunden sind, und hier entsteht das Dilemma der öffentlichen Politik zwischen Pareto-Effizienz und Gerechtigkeit.
In der Pareto-Analyse führen steigende Erträge zu Nichtkonvexitäten im Produktionssatz, die die Ableitung einer Gewinnfunktion mit einem Maximum verhindern. Infolgedessen sind weder das Angebot an Gütern noch die Nachfrage nach Importen optimal.
Als Reaktion darauf wird eine Regulierung von Unternehmen vorgeschlagen, um sie an einen Fall perfekter Konkurrenz anzupassen, d. h. um steigende Erträge und damit auch das Wirtschaftswachstum zu unterbinden.
Betrachten wir die Auswirkungen, die Regulierung weltweit verursacht.
Die wertebasierte Sichtweise des Kapitalismus besagt, dass es keine Rechtfertigung für Eingriffe gibt, wenn eine solche Position durch Entdeckung, freiwilligen Austausch und ohne Verletzung des Nichtangriffsprinzips erreicht wurde. Tatsächlich stellen Eingriffe eine Verletzung von Eigentumsrechten dar, und durch die Bestrafung von Gewinnen sinkt das Wachstumspotenzial der Wirtschaft, sodass Eingriffe und Regulierung dynamisch ineffizient sind, weil sie gewaltsam und daher ungerecht sind.
Aus diesem Grund haben wir seit unserem Amtsantritt im Jahr 2023 dank der gigantischen Anstrengungen von Federico Sturzenegger 13.500 Strukturreformen durchgeführt, die uns heute eine dynamisch effizientere Wirtschaft ermöglichen und uns wieder wachsen lassen werden. Das bedeutet, Argentinien wieder gross zu machen.
Damit wird das Pareto-Optimum eindeutig in Frage gestellt, und aus diesem Grund sind viele der Ansicht, dass es die Regulierung konzentrierter Strukturen rechtfertigt, indem es sie einem Wettbewerbsmodell angleicht. Aber wie ich bereits sagte, bedeutet dies, dass steigende Erträge zunichte gemacht werden, mit dem unbeabsichtigten Nebeneffekt, dass das Wachstum zum Erliegen kommt.
Beachten Sie, dass wir in diesem Zusammenhang auch das Thema künstliche Intelligenz ansprechen können, ein Werkzeug, das als die Version von Adam Smiths Nadelmanufaktur für das 21. Jahrhundert angesehen werden kann. Sie ist ein Katalysator für steigende Erträge und damit ein Katalysator für mehr Wachstum und Wohlstand.
Das Menschenrecht, in Ruhe gelassen zu werden
Daher ist es das Verantwortungsvollste, was Staaten in dieser Frage tun können, diejenigen in Ruhe zu lassen, die eine bessere Welt schaffen.
Lassen Sie es mich ganz offen sagen. Das Verantwortungsvollste, was Politiker tun können, ist, diejenigen in Ruhe zu lassen, die eine bessere Welt schaffen.
Gleichzeitig möchte ich darauf hinweisen, dass alle Befürchtungen im Zusammenhang mit dystopischen Szenarien Unsinn sind. Die Antwort lautet Adam Smith: Die Grenze für steigende Erträge wird durch die Grösse des Marktes bestimmt.
Wir dürfen nicht vergessen, dass die Umsetzung dieser Projekte reale Inputs und finanzielle Ressourcen erfordert, sodass die Expansion durch die anfänglichen Mittelbeschränkungen begrenzt sein wird.
Schliesslich ist im Zusammenhang mit dieser vielversprechenden Zukunft die Rolle des Humankapitals von entscheidender Bedeutung. In dieser Hinsicht haben wir in Argentinien dank der Arbeit von Ministerin Sandra Pettovello im Hinblick auf benachteiligte Bevölkerungsgruppen aufgehört, den Menschen Fische zu geben, und begonnen, ihnen das Fischen beizubringen, in der Hoffnung, sie dazu zu ermutigen, ihr eigenes Fischereiunternehmen zu gründen.
Zudem untergräbt der freie Marktkapitalismus trotz der Kritik in der Bevölkerung die moralischen Werte nicht. Tatsächlich entstand der wirtschaftliche Fortschritt durch den Mechanismus der unsichtbaren Hand aus Adam Smiths moralischen Empfindungen, und die Moderne verdankt ihre Existenz dem, was McCloskey als bürgerliche Tugenden bezeichnet.
Politik muss sich an ethischen Grundsätzen orientieren
Dank der grossartigen Arbeit von Huerta de Soto bei der Entwicklung des Konzepts der dynamischen Effizienz und seiner Anwendung in Argentinien können wir wiederum zuversichtlich sein, dass das angebliche Dilemma zwischen Effizienz und Gerechtigkeit falsch ist. Das heisst, Märkte sind nicht nur überlegen und produktiv, sondern auch gerecht.
Daher sollte sich die öffentliche Politik eher an ethischen Grundsätzen orientieren als an einem wirtschaftlichem und/oder politischem Nützlichkeitsdenken, das unweigerlich zu ungerechten, populistischen und insgesamt verarmenden Lösungen führt.
Ich bekräftige daher, was ich zu Beginn dieser Rede gesagt habe. Machiavelli ist tot. Es ist an der Zeit, sich von seiner Lehre zu verabschieden, dass Politik nur auf Machtkämpfen beruht.
Angesichts der engen Verbindung zwischen Moral und freien Märkten machen uns letztere zu besseren Menschen.
Dank dynamisch effizienter Märkte können wir gleichzeitig wirtschaftlichen Fortschritt erzielen, Privateigentum verteidigen, Frieden wahren, soziale Harmonie erreichen und die sozialen Tugenden stärken, die für eine prosperierende Gesellschaft unverzichtbar sind.
Abschliessend möchte ich Ihnen noch einen Gedanken zum aktuellen wöchentlichen Abschnitt der Thora mit auf den Weg geben. Parashat Bo beschreibt den Moment, in dem Moses dem Pharao, dem Symbol der unterdrückerischen Macht des Staates, gegenübersteht, um ihn zu warnen, dass die letzten drei Plagen über Ägypten kommen würden, wenn er das hebräische Volk nicht freilasse.
Als der Pharao sich weigerte, kam die Heuschreckenplage, die Hungersnot bedeutete. Dann kam die Plage der Finsternis, die den Verlust der Klarheit bei der Entscheidungsfindung bedeutete. Und schliesslich die Heimsuchung des Todes der Erstgeborenen, die das Schicksal einer Gesellschaft veranschaulicht, die die Freiheit verweigert.
Die Analogie zu dem, was heute im Westen geschieht, ist sonnenklar.
Seit einiger Zeit und aus irgendeinem seltsamen Grund hat der Westen begonnen, sich von den Ideen der Freiheit abzuwenden. Deshalb habe ich hier im Jahr 2024 erklärt, dass der Westen in Gefahr sei, weil er sich in zunehmendem Masse dem Sozialismus in seiner heuchlerischsten Form, dem Wokeism, verschrieben habe.
Im Jahr 2025 habe ich dann die mentalen Parasiten erklärt, die die Linke in der Menschheit ausgesät haben.
Das Jahr 2026 ist jedoch das Jahr, in dem ich Ihnen gute Nachrichten bringe. Die Welt hat begonnen aufzuwachen.
Der beste Beweis dafür ist das, was in Amerika mit der Wiedergeburt der Ideen der Freiheit geschieht.
Daher wird Amerika das Leuchtfeuer sein, das den gesamten Westen wieder erhellen wird, und damit die Schuld der Zivilisation mit Dankbarkeit gegenüber den Grundlagen der griechischen Philosophie, des römischen Rechts und der abendländischen Werte einlösen.
Wir haben eine bessere Zukunft vor uns, aber diese bessere Zukunft existiert nur, wenn wir zu den Wurzeln des Westens zurückkehren, was bedeutet, zu den Ideen der Freiheit zurückzukehren.
Möge Gott den Westen segnen. Mögen die Kräfte des Himmels mit uns sein, und: Es lebe die Freiheit, Caracho!
Vielen Dank.
Übersetzung basierend auf «Deepl» aber sprachlich überarbeitet
Robert Nef, mit Korrekturen von Michael Esfeld und Olivier Kessler, 28.01.2026



