Ein Gespräch mit Frank Schäffler

Der ehemalige Abgeordnete plädierte für eine marktwirtschaftliche Geldordnung.

Am 13. Oktober hat Frank Schäffler sein neues Buch Nicht mit unserem Geld! Die Krise unseres Geldsystems und die Folgen für uns alle im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung des Liberalen Instituts, des Hayek Clubs Zürich und des Vereins Studierende für die Freiheit vorgestellt. Über 100 Personen haben sich für den Vortrag interessiert, der an der Universität Zürich stattgefunden hat.

Frank Schäffler, ehemaliger Abgeordneter des deutschen Bundestages für die FDP, lud das Publikum an erster Stelle ein, sich der Wirren rund um den deutschen ESM-Beschluss im Bundestag bewusst zu werden. Trotz mangender Unterstützung in seiner eigenen Partei erkämpfte sich Schäffler einige wenige Minuten Redezeit, um vor den Folgen der Annahme zu warnen. Er blieb freilich ohne Erfolg, erhielt in den Medien aber immerhin den Beinamen «Euro-Rebell», was ihn und seine Tätigkeit tatsächlich treffend beschreibt. Sein Referat führte sodann die Teilnehmer in die Problematik der Euro-Schuldenunion ein, an deren Ende die absolute Ausgabensorglosigkeit aller Mitgliedstaaten stehen müsse, was natürlich eine reine ökonomische Fiktion darstelle.

Der Referent zeigte anhand verschiedener Darstellungen, wie die durch Notenbanken manipulierten Geldzinsen und Geldmengen sich fast naturgemäss zu Blasen ausbilden, die in der Folge platzen und wirtschaftliche Rezessionen hervorrufen. «Billiges Geld» führe, so Schäffler, nicht bloss zur Enteignung der Sparer und Schuldenwirtschaft, sondern auch zu Zentralismus, Kungelwirtschaft, zum «gläsernen Bürger» und zu endlosen und katastrophalen staatlichen Interventionsspiralen. Am Ende stehen die individuelle Freiheit und Demokratie auf dem Spiel. Schäffler warnte davor, dass die kommenden Krisen möglicherweise von der Peripherie kommen, an den Anleihenmärkten einschlagen und - erneut - aufgrund einer Immobilienblase verursacht werden.

Abhilfe für die heutige Marktwirtschaft könne, so der Referent, nur eine Reform der Geldordnung bringen. Wie Friedrich August von Hayek (1976) plädierte Schäffler für eine marktwirtschaftliche Geldordnung, in welcher Geld, wie jedes andere Gut, losgelöst von einer zentralen Steuerung den freien und spontanen Prozessen des Marktes unterliegt. Neben Edelmetallen führe gerade Bitcoin zu einem echten Stresstest für das vorherrschende Fiat Money und Bankensystem. Frank Schäffler beschreibt diese und andere Entwicklungen in seinem neuen Buch.

14. Oktober 2014