Entfesselt die Armen!

Der Ökonom Hernando de Soto plädiert in Genf für Röpkes «Rechtsrahmen» in Entwicklungsländern.

Liberalismus ist sowohl eine Sache des Kopfes als eine des Herzens und seiner richtigen Anwendung, so lautete die Eingangsthese des peruanischen Entwicklungsökonomen Hernando de Soto in dessen Vortrag am Wilhelm Röpke-Kongress, den das Liberale Institut mit Partnerorganisationen vom 14. bis 16. April 2016 am Graduate Institute in Genf durchgeführt hat.

Der Arabische Frühling, der Ende 2010 mit einer Reihe von tragischen Selbstverbrennungen von vom Staat schikanierten Kleinhändlern begann, hat deutlich gemacht, wonach junge Leute in Entwicklungsländern vor allem streben: nach dem Recht auf Eigentum, nach der Möglichkeit, eine Firma zu gründen und nach rechtlicher Autonomie. Was ihnen in den Worten Wilhelm Röpkes aber fehlt, ist der geeignete Rechtsrahmen. Europa, das heute mit Wanderungsströmen aus Nordafrika und dem Nahen Osten konfrontiert ist, täte gut daran zu sehen, was diese jungen leistungsfähigen Männer tatsächlich suchen, anstatt in ihrer Armut einen religiösen Konflikt zu vermuten.

Hernando de Soto, der in der Schweiz aufwuchs und am Graduate Institute unter Röpke studierte, hat über dreissig Regierungen in Entwicklungs- und ehemaligen sozialistischen Ländern beim Aufbau einer freien Wirtschaft und der dazu erforderlichen Rechtsinstitutionen beraten. Ihm gelingt die seltene Verbindung von theoretischer Erkenntnis, Interesse an der Lebenswirklichkeit der Menschen und der Gabe, seine Zuhörer zu fesseln.

Videoaufnahme des Vortrags (31 Minuten, auf Englisch)

Schriftliche Fassung (auf Deutsch)

LI-Paper «Eigentumsrechte und Märkte: Das beste Versprechen für die Armen»

9. Mai 2016