Liberales Institut

Liberales Institut im Dienst der Freiheit

Liberales Institut
Rennweg 42
8001 Zürich, Schweiz
Tel.: +41 (0)44 364 16 66
Fax: +41 (0)44 364 16 69

Index für wirtschaftliche Freiheit 2016

  • pdf
  • print
  • e-mail

Die Schweiz bleibt das freieste Land Europas und weltweit das viertfreieste. Dies zeigt der internationale Index für wirtschaftliche Freiheit 2016. Der Index bestätigt, dass wirtschaftliche Freiheit zu mehr Einkommen, einem höheren Wirtschaftswachstum und höheren Investitionen führt.

Die Schweiz bleibt auch 2016 das Land mit europaweit der höchsten und weltweit der viertgrössten wirtschaftlichen Freiheit. Das zeigt der Jahresbericht 2016 des Index für wirtschaftliche Freiheit, der in der Schweiz vom Liberalen Institut herausgegeben wird.

Hong Kong erweist sich einmal mehr als das Land mit der grössten wirtschaftlichen Freiheit, gefolgt von Singapur, Neuseeland und der Schweiz. Die USA liegen, nachdem sie 2000 noch den Rang 2 erreichten, auf Rang 16. Zu den Absteigern des Jahres zählt Japan (Rang 40, vormals 26), während Frankreich einige Ränge gutmachen konnte (Rang 57, vormals 70). Das Schlusslicht des diesjährigen Rankings bilden die Republik Kongo, Libyen und Venezuela. Diktaturen wie Kuba und Nordkorea werden wegen fehlender Daten im Ranking nicht aufgeführt.

Der Bericht bestätigt den engen Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Freiheit und Wohlfahrtsentwicklung. Die freiesten 25% aller Länder weisen ein Bruttoinlandsprodukt pro Kopf von 41.228 Dollar auf, die unfreiesten 25% dagegen kamen nur auf 5471 Dollar. Die ärmsten 10% der Bevölkerung in den freiesten Ländern erwirtschafteten ein Pro-Kopf-Einkommen von 11.283 Dollar, was deutlich über dem Gesamtdurchschnittseinkommen in den unfreiesten Ländern liegt. Die Lebenserwartung liegt im obersten Viertel bei 80,4 Jahren, im untersten Viertel bei 64 Jahren.

Sozialistische Ideologie ist der grösste Wohlstandsfeind

Der diesjährige Bericht widmet der fatalen Entwicklung Venezuelas ein gesondertes Kapitel. Dieses Land, das 1980 noch auf Rang 14 kam, belegt seit vier Jahren den letzten Rang. Sein Niedergang setzte zwar ein, bevor Hugo Chavez mit seiner United Socialist Party of Venezuela 1999 an die Macht kam. Seit seiner Präsidentschaft erscheint aber die Rückkehr zu einer freien Marktwirtschaft so gut wie ausgeschlossen, auch unter dem Nachfolger Nicolás Maduro. Die Folgen von Chavez' «Bolivarischer Revolution» hindert das Land mehr als alle gesellschaftlichen und kulturellen Hemmnisse in Entwicklungsländern bei der Schaffung eines breit verteilten Wohlstands. Dies zeigt, dass wirtschaftliche Freiheit nie gegeben ist, sondern unmittelbar von der politischen Kultur und den Institutionen, die daraus entstehen, abhängt.

Ein weiteres Kapitel ist dem schlechten Abschneiden der USA (Rang 16 seit zwei Jahren in Folge) gewidmet, das mit dem Wachstum des Staatssektors, dem weniger sicheren Rechtsrahmen sowie den verfehlten keynesianisch-interventionistischen Antworten auf die Subprime- und die Bankenkrise ab 2007 und die enttäuschende Erholung seither in Verbindung gebracht wird.

Die Schweiz im internationalen Vergleich

Die Schweiz erfährt im diesjährigen Bericht eine leichte Verbesserung und kommt auf die folgenden Werte (auf einer Skala von 1 bis 10):

  • Umfang der Staatstätigkeit: stabil gegenüber dem Vorjahr bei 7,7
  • Rechtsstaatlichkeit und Schutz des Privateigentums: Verbesserung auf 8,5 von 8,3 im Vorjahr
  • Zugang zu stabilem Geld: praktisch stabil mit 9,8 (Vorjahr: 9,7)
  • Freiheit zu weltweitem Handel: Verbesserung auf 7,3 (Vorjahr: 7,1)
  • Regulierungsdichte: praktisch stabil bei auf 8,0 (Vorjahr: 8,1)

Die Schweiz kann vor allem dank der Ausweitung ihres Freihandelsnetzwerks sowie der Schuldenbremse zur Mässigung des immer noch überhöhten Staatsumfangs ihre Stellung behaupten.

Unter den 10 wirtschaftlich freiesten Ländern der Welt finden sich neben Hong Kong (9,0 Punkte), Singapur (8,7), Neuseeland (8,4) und der Schweiz (8,3) auch Kanada (8,0), Georgien (8,0), Irland (8,0), Mauritius (8,0), die Vereinigten Arabischen Emirate (8,0), Australien (7,9) und Grossbritannien (7,9).

Unter den weiteren grossen Volkswirtschaften belegen die USA Rang 16, Deutschland Rang 30, Japan Rang 40, Südkorea Rang 42, Frankreich als inzwischen zweitstärkste EU-Wirtschaftskraft Rang 57 und Italien Rang 69. Mexiko liegt auf Rang 88 und damit deutlich vor Russland (Rang 102), Indien (Rang 112), China (Rang 113) und Brasilien (Rang 124). Dies zeigt das erhebliche Aufholpotential, das die so genannten BRIC-Staaten noch haben.

Download Bericht:
Economic Freedom of the World
(328 Seiten, PDF)

Oktober 2016