Welche Ordnung für die Nachkriegs-Ukraine?

Richard Ebeling

    LI-PAPER. Beim Wiederaufbau eines kriegsgeschüttelten Landes gilt es einige wichtige Prinzipien zu beachten.

    Sowohl Putins Aussenpolitik der Eroberung als auch die ukrainische Innenpolitik der Vorkriegszeit, die von Korruption und Günstlingswirtschaft geprägt war, sind die praktischen Ergebnisse einer Ideologie der Plünderung. Diese Ideologie beruht auf der Vorstellung, dass Nehmen besser ist als Tauschen, dass Zwang besser ist als Argumentieren und Überzeugen, und dass erzwungene Zusammenarbeit genauso moralisch ist wie freiwillige Kooperationen. Es geht um die Unmoral der Gewalt gegenüber der Ethik der Freiheit. Der Krieg bringt den Unterschied zwischen diesen beiden konträren Auffassungen vom gesellschaftlichen Leben dramatisch zum Ausdruck.

    Nach dem aktuellen Konflikt und irgendwann in der Zukunft werden die Ukrainer nicht nur ihr Land wieder aufbauen müssen, sondern auch entscheiden müssen, welche der beiden Ideologien die Grundlage für die Zukunft ihres Landes sein wird. Die bessere, aus Sicht der Bürger, wäre dann die von Ludwig von Mises vorgeschlagene Idee einer «perfekten freien Marktwirtschaft».

    Die wirtschaftspolitische Agenda für einen solchen Wiederaufbau ist zumindest teilweise vorhanden und findet sich in den Schriften des österreichischen Ökonomen Ludwig von Mises. Die Steuern müssen niedrig, vorhersehbar und nicht demotivierend sein. Eigentumsrechte sind zu schützen und sollten frei von staatlicher Einmischung und Regulierung sein. Auf eine Politik des Neids und der politischen Anbiederung an spezielle Interessengruppen muss verzichtet werden, damit markt- und gewinnorientierte Unternehmer in Freiheit das produzieren können, was die Konsumenten wollen, und damit sie in zusätzliches, neues und besseres Kapital investieren können. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, besteht echte Hoffnung auf eine Anhebung der Lebensstandards.

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    April 2022

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