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Die Mär von der Armut

Kristian Niemietz

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LI-STUDIE. Mit tendenziösen Armutsdefinitionen wird eine Politik der Gleichmacherei und der Umverteilung propagiert.

Es ist selbstverständlich, Menschen in materieller Not helfen zu wollen. Dieses Bedürfnis enspringt unserer natürlichen Empathie gegenüber den Mitmenschen. Wir versetzen uns in ihre Schuhe und leiden daher mit ihnen. Niemand sieht Armut gerne tatenlos zu. In Wohlstandsgesellschaften wie der Schweiz verstösst sie sogar gegen das moralische Rechtsempfinden: Es darf nicht sein, dass Menschen in unserem Land unter einem gewissen Wohlfahrtsniveau leben müssen. Dieses Empfinden begründet ein jahrhundertealtes freiwilliges Engagement für in Not Geratene.

Jenseits der organisierten Gemeinnützigkeit bietet die Armut jedoch auch reichlich Material für dramatisierende Schlagzeilen und eine unbedachte sozialstaatliche Umverteilungspolitik. Medien, Interessengruppen, Politiker und Beamte entdecken laufend immer mehr Armut. Gleichzeitig verfügen „arme“ Haushalte heute über iPhones, überdimensionierte Flat-Screen-Fernseher und Autos. Die öffentliche Debatte entfernt sich immer weiter von den realen Lebensverhältnissen der Bürger. Ob offen oder verdeckt, die politische Armutsbekämpfung dient immer häufiger einem Kampf gegen materielle Ungleichheit. Armutsstatistiken werden entsprechend verdreht oder fehlinterpretiert. Doch Ungleichheit ist keine Schwäche, sondern eher eine Stärke der Marktwirtschaft: Kapital wird in die Hände derjenigen gelenkt, die den Bedürfnissen der Konsumenten am besten nachkommen. Dies erhöht letztlich die Produktivität — und damit die Löhne — in der ganzen Volkswirtschaft. Von den so steigenden Lebensstandards profitieren alle, wie zahlreiche Analysen wirtschaftlich relativ freier Länder augenscheinlich zeigen.

Umverteilung, ob freiwillig oder durch den Sozialstaat erzwungen, ist letztlich nur ein Mittel vorübergehender Hilfe, keine Lösung. Vor allem dürfen durch Umverteiligung die Anreize zu Arbeit und Sparen nicht zerstört werden, sowohl bei den Gebenden wie auch bei den Empfängern. Dabei geht es vor allem um die Würde der Hilfebedürftigen: Es kommt einer Infantilisierung gleich, jemandem zu helfen, der selbständig sein Leben bestreiten könnte. Diese Studie erläutert nüchtern und sachlich, wie Menschen mit niedrigem Einkommen geholfen werden kann, ohne sie aus ideologischen Gründen dauerhaft zu entmündigen.

Download LI-Studie
(28 Seiten, PDF)
Mit einem Nachwort von Beat Kappeler

September 2015

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