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Welchen Schutz gegen Zentralbanken?

Das LI-Gespräch vom 21. März befasste sich mit Möglichkeiten zum Schutz gegen expansive Geldpolitik.

Zentralbanken gehören zwar nicht zu den bekanntesten und transparentesten politischen Institutionen eines Landes, aber zweifellos zu den mächtigsten. Durch ihr Monopol auf die Geldproduktion steuern sie das Lebensblut einer Volkswirtschaft — ihre Politiken treffen unmittelbar die Entscheidungen und Vermögen aller Wirtschaftsakteure. Was aber, wenn die Zentralbanken eine unverantwortliche, destruktive Politik verfolgen? Gibt es eine Möglichkeit, sich vor den eigenen Zentralbanken zu schützen? Dieser drängenden Frage ging das LI-Gespräch vom 21. März nach.

Michael Rasch, Leiter Börse und Märkte bei der Neuen Zürcher Zeitung und Co-Autor von «Die heimliche Enteignung» (NZZ Libro), wies eingangs auf den versteckten Einfluss der Notenbanken hin. Eine expansive Notenbankpolitik tue demnach nicht unmittelbar weh. Sie erscheine sogar verlockend, wenn sie vermeintlich Krisen beilege und Unsicherheiten an den Kapitalmärkten reduziere. Langfristig sei eine solche Politik dennoch schmerzlich für die Bürger. Rasch zeigte auf, dass die realen Zinsen — nach Abzug der Inflation — heute in vielen Ländern des Westens, immer häufiger auch in der Schweiz, negativ ausfallen. Der durchschnittliche Sparer werde so Monat um Monat, Jahr um Jahr schleichend enteignet. Besonders drastisch falle diese Enteignung aus, wenn auch entgangene Zinseszinsen berücksichtigt würden — die notwendige Grundlage für den langfristigen Vermögensaufbau. Ursache für diese Enteignung — auch „finanzielle Repression“ genannt — sei das aggressive Eintreten der Notenbanken gegen Rezession und Staatsverschuldung im Zuge der jüngsten Finanz- und Schuldenkrisen. Rekordniedrige Zinsen sollen die Wirtschaft ankurbeln — und den Staatshaushalten einen Ausweg auf der Schuldenfalle auftun.

Michael Ferber, ebenfalls Wirtschaftsredaktor der Neuen Zürcher Zeitung und Co-Autor von «Die heimliche Enteignung», ging im Anschluss auf mögliche Szenarien künftiger Entwicklungen ein. Er beschrieb die Möglichkeiten einer Deflation, einer noch höheren Inflation, einer Stagflation, eine Hyperinflation oder auch eines „Durchwurstelns“ in Form der finanziellen Repression. Eine Deflation sei dabei durchaus angenehm für Sparer, belaste jedoch die Wirtschaft und führe zu sinkenden Aktienpreisen. Im Falle der inflationären Szenarien seien dagegen Sparer, welche auf festverzinsliche Anlagen setzten, stark gefährdet. Attraktiv seien dann vor allem Sachwerte, abhängig von der Dramatik der Geldentwertung teilweise auch Aktien. Ähnliches gelte auch für den Fall der finanziellen Repression — nur Sachwerte könnten hier helfen, eine unmittelbare Enteignung zu vermeiden.

Präsentation von Michael Rasch und Michael Ferber:
«Die heimliche Enteignung: So schützen Sie Ihr Geld vor Politikern und Notenbankern» (50 Seiten, pdf)

Vor diesem Hintergrund stellte Thomas Jacob, Präsident des Verein Goldfranken, abschliessend eine aktuelle politische Initiative vor, welche die Einführung einer Goldmünzwährung in der Schweiz zum Ziel hat. Diese solle das heute Währungssystem ergänzen. Jacob zeigte sich optimistisch, dass die Schweizer Bürger offen für ein neues, praktisch verwendbares Goldvreneli wären. Die Goldmünzwährung solle den Bürgern zugutekommen, da sie den Erwerb, das Halten und die Nutzung von Edelmetallen erleichtere. Der Werkplatz profitiere vom gestärkten Ruf der Schweiz als Hort der Sicherheit und Stabilität. Gleichzeitig würde der Nachteil eines starken Aufwertungsdrucks auf den Schweizer Franken umgangen, da sich die neue Goldmünzwährung als sicherer Hafen anbiete. Auch in der Finanzwirtschaft könnten so neue Innovationen und attraktive Kundenangebote angeregt werden. Noch befinde sich die Initiative in der Vorbereitungsphase. Gerade auch angesichts des bedrohlichen monetären Umfelds erhält sie aber schon grosse Aktualität — und erweitert die Debatte mit einer möglichen Alternative.

Präsentation von Thomas Jacob:
«Schweizer Goldmünzwährung: Initiative für alltagstaugliche, als Währung geschützte Goldmünzen» (51 Seiten, pdf)


27. März 2013