Liberales Institut im Dienst der Freiheit

Liberales Institut
Rennweg 42
8001 Zürich, Schweiz
Tel.: +41 (0)44 364 16 66
Fax: +41 (0)44 364 16 69

Index wirtschaftlicher Freiheit 2014

Die aktuelle Analyse zeigt einen zunehmenden internationalen Standortwettbewerb.

Die Schweiz bleibt auch 2014 das Land mit der europaweit grössten wirtschaftlichen Freiheit. Weltweit kommt sie auf Rang 4. In den vergangenen 10 Jahren haben jedoch die Werte der Schweiz deutlich nachgegeben, auch im Vergleich zum Vorjahr verliert sie an Boden, vor allem aufgrund abnehmender Rechtssicherheit. Das zeigt der Jahresbericht 2014 des Index für wirtschaftliche Freiheit, der in der Schweiz vom Liberalen Institut herausgegeben wird. Die Schweiz weist damit eine ähnliche Tendenz auf, wie weitere westliche Industrienationen, insbesondere die USA, Frankreich, Deutschland und Italien.

Unter den 10 wirtschaftlich freiesten Ländern der Welt finden sich neben Hong Kong (8.98 von 10 möglichen Punkten), Singapur (8.54), Neuseeland (8.25) und der Schweiz (8.19) auch Mauritius (8.09), die Vereinigten Arabischen Emirate (8.05), Kanada (8.00), Australien (7.87), Jordanien (7.86), Chile und Finnland (beide 7.84).

Unter den weiteren grossen Volkswirtschaften belegten Grossbritannien gemeinsam mit den USA Rang 12 (7.81), Japan Rang 23 (7.60), Deutschland Rang 28 (7.55), Frankreich Rang 58 (7.21) und Italien Rang 79 (6.92).

Der Index wirtschaftlicher Freiheit wird durch das kanadische Fraser Insitute in Kooperation mit weltweit 90 unabhängigen Institutionen (darunter das Liberale Institut in der Schweiz) erstellt. Er beurteilt die politischen Rahmenbedingungen eines Landes anhand von 42 Indikatoren und kalkuliert so eine Rangordnung der untersuchten Länder. Die wirtschaftliche Freiheit eines Landes wird in fünf Bereichen gemessen: (1) Umfang der Staatstätigkeit, (2) Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit privaten Eigentums, (3) Stabilität der Währung, (4) internationale Handelsfreiheit und (5) Regulierungsdichte.

Der aktuelle Jahresbericht des Index wirtschaftlicher Freiheit dokumentiert einen signifikant positiven Zusammenhang zwischen Wirtschaftsfreiheit, Einkommen, Wirtschaftswachstum, Armutsreduktion und Lebenserwartung. Staaten im obersten Viertel der Skala weisen ein Pro-Kopf-Einkommen von 39.899 USD auf, Staaten im untersten Viertel nur von 6‘253 USD. Das Einkommen der ärmsten 10% der Bevölkerung beträgt im oberen Viertel der Skala 11.610 USD, im unteren Viertel 1.358 USD. Das Einkommen der ärmsten 10% in den liberalen Ökonomien ist mehr als doppelt so hoch wie das Durchschnittseinkommen in den wirtschaftlich unfreien Volkswirtschaften.

Die Lebenserwartung im wirtschaftlich freiesten Viertel der Welt ist mehr als 16 Jahre höher, als die Lebenserwartung in unfreiesten Viertel. Wirtschaftliche Freiheit korreliert darüber hinaus positiv mit politischen Freiheitsrechten und negativ mit der Auftretenswahrscheinlichkeit bewaffneter Konflikte.

Erstmals befasst sich der Jahresbericht des Index vertieft mit der wirtschaftlichen Freiheit im arabischen Raum. In den vergangenen 20 Jahren konnten vor allem die Vereinigten Arabischen Emirate, Jordanien, Katar, Oman, Bahrain und Kuweit staatliche Einschränkungen der Wirtschaftsfreiheit abbauen. Politische und Bürgerrechte bleiben jedoch in der gesamten Region weiterhin stark beschränkt.

Aktuelle Studien zeigen, dass zahlreiche arabische Staaten einen im internationalen Vergleich überdurchschnittlich hohen Anteil öffentlicher Beschäftigung aufweisen. Indikatoren weisen darauf hin, dass hohe Löhne im öffentlichen Sektor die Bereitschaft zur Aufnahme einer Tätigkeit im Privatsektor reduzieren. Schwach ausgeprägt zeigen sich daher auch die industrielle Produktion sowie Innovationsindikatoren. Verzerrungen des Arbeitsmarktes in Verbindung mit einer hohen Korruptionsanfälligkeit zeichnen vor allem jene Staaten aus, die Gegenstand des „arabischen Frühlings“ waren: Ägypten, Tunesien und Libyen, aber auch Syrien. Um nur schon die aktuell hohen Arbeitslosenraten halten zu können, müssten in diesen Ländern bis 2030 100 Million neuer Arbeitsplätze geschaffen werden. Angesichts der Abwesenheit ökonomischer Reformen wächst das Potenzial für politische Unruhen weiter.

Download Bericht:
Economic Freedom of the World
(282 Seiten, PDF)

7. Oktober 2014