Preisdeflation ist kein gesamtwirtschaftliches Problem

Philipp Bagus

    LI-PAPER. Unmittelbarer Effekt einer Preisdeflation ist eine Anpassung in der Vermögensstruktur, aber kein gesamtwirtschaftlicher Nachteil.

    Die allgemeine Deflationsangst ist unbegründet. Eine Preisdeflation kann die natürliche und erfreuliche Folge von Wachstum sein, sie kann eine reale Kassenbildung verwirklichen und nach einem künstlichen Boom die Rezession verkürzen. Am unangenehmsten ist die Kreditkontraktionsdeflation, welche die Geldmenge vermindert. Sie ist jedoch nur in einem teilgedeckten Bankensystem, welches Geld zuvor aus dem Nichts geschaffen hat, möglich. Der Haupteffekt ist eine Anpassung in der Vermögensstruktur und nicht, wie in verschiedenen Argumenten angenommen, ein notwendiger Rückgang der allgemeinen Produktion.

    Die Furcht vor Deflation wird künstlich von jenen gespeist, die von der Herstellung neuen Geldes profitieren, da sie das neue Geld zuerst bekommen. Banken und Staat, sowie Unternehmungen, die vom Kreditexpansionsboom abhängen, fürchten Deflation und profitieren von der Geldproduktion, die sie als Rezept gegen die Deflation empfehlen, auf Kosten anderer Wirtschaftssubjekte, die höhere Preise zahlen, als sie es sonst gemacht hätten. Durch die künstliche Zinssenkung und die Verzerrung der Produktionsstruktur, ist es gerade die expansive Geldpolitik, welche die grössten wirtschaftlichen Katastrophen auslöst und eine Kreditkontraktion erst möglich macht. In einem vollgedeckten Warengeldstandard ist Preisdeflation vollkommen harmlos und das Symptom eines starken Wirtschaftswachstums oder einer erfolgreichen Kassenbildung.

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    September 2011

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