Staatsversagen: Ein unterschätztes Phänomen

Antony P. Mueller

    Staatliche Interventionen bleiben meistens nicht nur hinter den Erwartungen zurück, sondern richten auch enormen Schaden an.

    Immer wieder wird auf ein vermeintliches Versagen der Märkte hingewiesen, um korrigierende politische Eingriffe zu rechtfertigen. Dabei wird ignoriert, dass Staatsversagen viel stärker ins Gewicht fallen und problematischer sind. In diesem LI-Paper werden zur Illustration zwölf verschiedene Staatsversagen vorgestellt, die von Sozialingenieuren vernachlässigt werden.

    So massen sich die Vertreter des Staats beispielsweise Wissen an, das sie gar nicht haben können. Um erfolgreich eine Intervention durchführen zu können, müsste der Staat auf Informationen zurückgreifen, die der freie Markt erst produziert. Marktwissen ist nicht zentral, systematisch organisiert und allgemein, sondern verteilt, heterogen, spezifisch und individuell.

    Die Politik leidet ausserdem unter langen Verzögerungen zwischen Diagnose und Wirkung. Politik ist ein Machtspiel. Die Antenne des Politikers ist auf die Signale ausgerichtet, die für diesen Kampf um die Macht relevant sind. Nur wenn ein Thema ausreichend politisiert ist, wird es die Aufmerksamkeit der Politiker finden.

    Der Wert einer einzelnen Stimme in einer Massendemokratie ist derart gering, dass der rationale Wähler nicht viel Zeit und Mühe aufwenden wird, um zu untersuchen, ob die grossen Versprechen der zur Wahl stehenden Politiker realistisch sind und mit seinen anderen Wünschen nicht kollidieren. Daher haben die politischen Kampagnen nicht Information und Aufklärung zum Ziel, sondern Desinformation und Verwirrung. Nicht die Solidität des Programms ist wichtig, sondern die Begeisterung, die ein Kandidat bei seinen Anhängern erzeugen kann und wie gut er seine Gegner niedermachen, denunzieren und erniedrigen kann. Infolgedessen rufen Wahlkampagnen Hass, Polarisierung und Vergeltungslüste hervor.

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    Januar 2022

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