Thank you, June Arunga

Ein Kurzbericht über den Weltfreiheitstag 2007 am Liberalen Institut.

Der Abend war ein Erlebnis. Nach einer kompetenten Einführung durch David Signer von der Weltwoche berichtete June Arunga anhand von zwei Beispielen - spontan und lebendig - wie sich Märkte und Schwarzmärkte in Afrika entwickeln (z.B. in der Mobiltelephonie) und wie sie durch behördliche Massnahmen fehlgelenkt und behindert werden (z.B. Secondhand Autos).

Ein temperamentvolles, kritisches aber im Grundtenor optimistisches Plädoyer für mehr Ökonomie und Rationalität und weniger Politik und Machtspiele, für mehr Markt, und weniger Interventionen, Regulierungen und Entwicklungshilfe. “Foreign aid” ist aus ihrer Sicht nicht nur nutzlos (von 100 USD gelangt höchstens 1 USD in die Hände derjenigen, denen man zu helfen beghauptet), sondern kontraproduktiv. Sie vermittelt das Gefühl der Ohnmacht und des Ausgeliefert-Seins an die Helfer. Der Hauptschaden besteht darin, dass dadurch eine politische Klasse durchgefüttert wird, die an einem echten ökonomischen Fortschritt gar nicht interessiert ist, weil sie sich nicht trotz der Missstände, sondern wegen der Missstände an der Macht halten kann. June Arunga spricht frei und spontan und schöpft nicht aus Büchern, sondern aus persönlichen Beobachtungen. Sie will diese durch kurze Dokumentarfilme vermitteln (die auf kommerzieller Basis produziert und verbreitet werden) und ist überzeugt, dass sie damit mehr erreicht, als wenn sie mit Büchern oder Vorträgen (oder in einem politischen Amt) “missionieren” würde. Eine junge Unternehmerin, die nicht über Markt, Liberalismus und Unternehmertum redet, sondern das selbst praktiziert, was sie kommuniziert. Habe viel gelernt. Thank you, June!

Robert Nef

12. November 2007