Gerechtigkeit oder «soziale Gerechtigkeit»?

Ein Gespräch des Liberalen Instituts mit Professor Burke über Gerechtigkeit, Fairness und ihre Bedrohung.

Gerechtigkeit ist ein hoher gesellschaftlicher Wert und zugleich eine Tugend. Doch welche Personen, Handlungen oder Zustände verdienen eine Bezeichnung als «gerecht»? Thomas Patrick Burke, emeritierter Professor an der Temple University, stellt fest, dass der freie Wille eine notwendige Voraussetzung für Gerechtigkeit ist: nur Menschen, die einen freien Willen ausüben, absichtsvolle Handlungen und daraus resultierende Zustände können also «gerecht» sein. Die «soziale Gerechtigkeit» bezeichnet dagegen in der Regel einen Zustand der Ungleichheit — unabhängig davon, wie er zustande kam, ob er das Resultat eines freien Willens ist. Die politische Bekämpfung der «sozialen Ungerechtigkeit» kann daher ihrerseits zu Ungerechtigkeit führen. Burke appelliert für eine Unterscheidung von Gerechtigkeit und Fairness. Letztere bezeichnet Situationen der Ungleichheit, die in freiwilliger, tugendhafter Weise überwunden werden sollten. Am Beispiel des Diskriminierungsbegriffs verdeutlicht Burke den Unterschied zwischen Gerechtigkeit und Fairness — und leitet Schlussfolgerungen für eine gerechte politische Ordnung ab.

Der Vortrag wurde anlässlich des Gesprächs des Liberalen Instituts vom 30. Juni an der Universität Zürich gehalten.

Download Vortrag:
«Der Begriff der Gerechtigkeit oder Gerechtigkeit gegen Sozialgerechtigkeit»

(10 Seiten, PDF)

1. Juli 2015